Erinnerungen schaffen, die bleiben ♥

Stefanie Stolzenburg mit einem Foto und einem 3D Handabdruck ihres verstorbenen Vaters zum ersten Todestag.

Ich war lange leise: Nicht, weil ich wollte – sondern weil ich musste

Das Jahr 2025 hat mir alles abverlangt.

Ich musste meinen Papa für immer verabschieden. Meine Eltern lagen gemeinsam im Krankenhaus, in einem Zimmer. Meine Mama ist dem Tod gerade noch einmal von der Schippe gesprungen – mein Papa hat es nicht geschafft.

An manchen Tagen, wenn bei meiner Mutter kleine Fortschritte zu sehen waren, bin ich vom Krankenhaus ins Elternhaus gefahren und hatte diesen ganz automatischen Gedanken: „Ich rufe Papa an und erzähle ihm die guten Nachrichten.“ Und dann, eine Sekunde später, kam die Wahrheit wie ein Schlag: Ich kann ihn nicht mehr anrufen.

Mein Papa war ein wunderbarer Vater, Opa und Schlossermeister. Er war immer für uns da – und wir vermissen ihn sehr. Ich habe so vieles von ihm: Seine Art, seine Stärke, und auch die Liebe zur Handwerkskunst.

Und während draußen alles irgendwie weiterlief, lief bei mir im Atelier ein Jahr lang alles nur im Notbetrieb – und trotzdem bin ich irgendwie drangeblieben. Ich habe in dieser Zeit nur kleine Aufträge angenommen und Kindergeburtstage veranstaltet, mehr ging einfach nicht.

Ich war gefühlt nur unterwegs: Krankenhaus, Bestatter, Behörden, Elternhaus. Arbeiten ging oft nur nebenbei vom Laptop aus, irgendwie zwischen Terminen, Sorgen und Erschöpfung.

Und als wäre das nicht schon genug gewesen, mussten wir parallel zu all dem auch noch mein Elternhaus räumen. Ich bin vom Keller bis unters Dach jedes einzelne Teil durchgegangen – alles, was sich dort über vier Generationen angesammelt hatte. Das war nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch eine emotionale Reise durch unzählige Erinnerungen.

Wenn mein Mann mich aufgefangen hat, haben meine Söhne unser zweites Geschäft am Laufen gehalten und sich sogar noch um Dinge rund ums Atelier gekümmert. Den Versand im Onlineshop haben unsere Atelier-Damen übernommen. Dafür bin ich unendlich dankbar.

Es hat sich alles schier endlos hingezogen, bis ich endlich die Unterstützung durch Pflegedienste für meine Mutter bekommen habe – fast ein dreiviertel Jahr lang habe ich versucht, das irgendwie allein zu stemmen. Und jetzt, seit diesem Monat, habe ich endlich die erhoffte Hilfe. Zum ersten Mal seit langem kann ich wieder etwas mehr im Atelier arbeiten.

Was mich in dieser Zeit wirklich getragen hat, waren oft die kleinen, stillen Anker. Meine Hunde. Sie waren einfach da – ohne Fragen, ohne Erwartungen – und haben mich psychisch stabil gehalten. Und mein Garten hat mich geerdet. Zwischen Erde, Pflanzen und Jahreszeiten war für einen Moment wieder etwas Normalität, etwas Ruhe.

So unfassbar schwer diese Zeit war, so tröstlich war auch zu sehen, auf wen ich mich wirklich verlassen kann und wie die Familie im größeren Umfeld wieder näher zusammengerückt ist.

Ich bin auch dankbar für die vielen Kundinnen und Kunden, die so verständnisvoll reagiert haben, als ich alle vereinbarten Termine langfristig absagen musste. Es gab auch zwei Reaktionen, die mich sehr getroffen haben. Zwei Kundinnen, die gar nicht geantwortet haben – und eine Dame, die mir ein schlichtes 👍 geschickt hat, als ich schrieb, dass ich erst nach der Beerdigung meines Vaters wieder in Karlsruhe bin. Ich weiß, ich sollte darüber stehen. Aber in so einer Zeit tut so etwas einfach weh.

Dieses Jahr hat mir brutal klar gemacht, was wirklich zählt, was ich ändern muss und was ich wirklich will. Und auch wenn ich noch längst nicht „fertig“ bin mit allem, spüre ich gerade zum ersten Mal wieder so etwas wie Luft zum Atmen.

Ich gehe Schritt für Schritt weiter – mit meinem Papa im Herzen, mit Verantwortung für meine Mama und mit dem Wunsch, im Atelier wieder mehr das zu tun, was ich liebe:

Erinnerungen schaffen, die bleiben ♥

3D Handabdruck mit silber metallic Effekt als Erinnerung an einen Verstorbenen

Ich weiß das auch aus eigener Erfahrung: Ich habe vor einigen Jahren Abdrücke von meinem Vater gemacht – und ich bin heute unendlich froh, dass ich diese Erinnerungen habe. Manchmal warten wir mit solchen Andenken, bis es zu spät ist – dabei ist es oft viel tröstlicher, Erinnerungen schon zu Lebzeiten bewusst festzuhalten.

Wenn du darüber nachdenkst, Hände, Pfoten oder besondere Details in 3D zu verewigen, mach es lieber jetzt, in einem ruhigen Moment und ohne Zeitdruck. So entsteht ein echtes Herzensstück, das nicht nur bleibt, sondern auch schon beim Entstehen Erinnerungen schafft und sich später wie Nähe anfühlt.

In liebervoller Erinnerung an meinen Vater Wolfgang Stolzenburg ✞18.02.2025

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Und jetzt gehe ich und mache Abdrücke vom Sternenbaby Ella…

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