Tagebuch einer Schwangerschaft: 35. SSW

04. Mai 2013

Frauenarzt entsetzt über Hausgeburtspläne

 

Beim FA Termin diese Woche hatten wir den FA darum gebeten, die Dicke der Narbe zu messen. Dabei hat er erfahren, wir hatten das wohl bisher nicht erwähnt, dass wir eine Hausgeburt planen und war total entsetzt darüber.

Dass die meisten Frauenärzte bzw. speziell dieser allgemein nicht über Hausgeburten erfreut ist, wusste ich. Aber dass er so vehement dagegen spricht, hätte ich nicht erwartet.

Er ist quasi aus allen Wolken gefallen. Er befürwortet zwar eine Spontangeburt aber „[…] eben im Krankenhaus und bitte bitte keine Hausgeburt!“. Dabei hat er die Hände wie so ein buddhistischer Mönch vor der der Brust zusammen genommen, auf und ab bewegt, was dann schon irgendwie dramatisch wirkte.

Er meinte, von Größe und Gewicht des Kindes her uns sonst spreche nichts gegen eine Spontangeburt. Diese sei aus seiner Sicht durchaus anzustreben. Aber bei einer Hausgeburt könne so schnell etwas passieren, dann würde der Notarzt gerufen und der solle dann mal machen.

Was ich nicht so ok fand, wie er dann noch zu meinem Mann meinte, dass es dann seine Frau sei, die da verblute.

Ich war schon etwas erschrocken über seine Worte und dass er so vehement gegen eine Hausgeburt ist.

Wie ich erfahren habe, rät er aber selbst schwangeren Hebammen, welche keine vorangegangene Sectio hatten, von einer Hausgeburt ab.

Jedenfalls hat er mich damit erfolgreich verunsichert. Ich bzw. wir haben hin und her überlegt. Einerseits kann immer etwas passieren, auch im Krankenhaus können Mutter und Kind die Geburt nicht überlegen im schlimmsten Fall. Aber es kann auch morgen der dritte Weltkrieg ausbrechen, Atombomben geschmissen werden und dann ist es eh aus.

Allerdings bin ich nicht nur für mich verantwortlich sondern auch für das ungeborene Kind. Auch aus diesem Grund hatten wir uns bei unserer Tochter wegen der BEL für den Kaiserschnitt entschieden.

Unsere Hebamme hat uns dann einen guten Kompromiss vorgeschlagen.

Wir rufen sie bei Wehenbeginn, sie kommt dazu und betreut uns eine Zeit lang, um uns dann rechtzeitig zur eigentlichen Entbindung in die Klinik zu schicken. So können wir möglichst lange zu Hause bleiben, in Ruhe unsere Tochter unterbringen aber haben dann zur Entbindung die Sicherheit der Geburt. Sofern das Kind nicht schneller als gedacht kommt und es dann doch noch eine Hausgeburt wird.

Derzeit gilt nun dieser Plan. Auch weil für mich die Klinikgeburt keine absoluter Horror ist wie für manche Frauen. Mir kommt es hauptsächlich darauf an, keinen Kaiserschnitt mehr zu bekommen. Die Klinik unserer Wahl ist dafür bekannt, dass sie eine vergleichsweise niedrige KS Rate hat und auch sonst hebt sie sich von anderen Geburtskliniken ab, wodurch ich mit der Entscheidung zur Klinikgeburt ganz gut leben kann.

Der FA hatte dazu geraten, uns wegen „Zustand nach Sectio“ in der Klinik vorzustellen. Bei diesem Termin wollen wir trotzdem noch mal deutlich machen, dass ein KS für wirklich nur eine Notfalllösung ist. Auch, dass ich dann nicht die ganze Zeit mit dem CTG rumlaufen möchte und ein paar andere für uns wichtige Dinge. Bei diesem Termin möchte ich auch den Geburtsbericht meiner Tochter erhalten, darin müsste vermerkt sein, ob der Muttermund bis Kaiserschnittbeginn bereits geöffnet war oder nicht. Dies soll eine Entscheidungshilfe sein, wie schnell wir dann diesmal in die Klinik fahren sollten.

Unsere Hebamme versteht unsere Entscheidung und meinte, dass wir uns damit gut fühlen müssten. Wir können uns aber auch jederzeit melden, falls wir es uns doch noch anders überlegen.

Ob wir bzw. ich und das Baby bis nach der U2 im Krankenhaus bleiben oder die Geburt ambulant machen, werden wir wohl spontan entscheiden. Wird auch auf die Geburtsuhrzeit ankommen.

Ansonsten  war der FA Termin nicht sehr aufregend. Das Baby wiegt wohl derzeit geschätzte 2200 Gramm. Aus lauter Schreck wegen der Hausgeburt vielleicht hat er uns diesmal gar keine Ultraschallbilder ausgedruckt.

Unsere Hebamme war bei uns und hat nach dem Kind gefühlt. Dabei hat sie bestätigt, dass das Kind eher klein sei und nach ihrer Einschätzung maximal 2500 Gramm wiegt. Es liegt gerade in 2. Schädellage, dass heißt mit dem Rücken zu meiner rechten Seite, Kopf unten, Po oben, Beine links herum (daher inzwischen auch links Tritte). Es sitze auch schon ziemlich mit dem Kopf im Becken, was dann wohl meinen ständigen Harndrang erklären dürfte.

Mein Mann sollte dann noch nach dem Herzschlag hören, die Hebamme leitete ihn an aber er hat ihn  nicht gehört.

Die Hebamme macht trotzdem für uns Rufbereitschaft was kein Problem ist, da unsere Krankenkasse diese Kosten übernimmt (250€).

Sie meinte bei dem Termin irgendwann, so vier Wochen wir es schon noch dauern, bis es losgeht. Da dachte ich mir dann nur „Oh je, nur noch (mindestens) vier Wochen?!?“.

Übernächste Woche kommt sie dann zum Streptokokken Abstrich wieder.

Am ersten Mai hatte ich morgens wohl Senkwehen. Jedenfalls hatte ich fünf mit Abstand aufeinander folgende Kontraktionen. Zum jetzigen Zeitpunkt sei dies laut Hebamme vollkommen normal.

Geträumt habe ich jetzt auch schon von der Geburt und dabei im Traum gedacht, dass es doch noch zu früh dafür sei.

Manchmal fragt man sich schon, was das Kind da in einem treibt. Wenn man an einem Tag mal in alle Richtungen getreten wird…

Schluckauf hat es seit ca. einer Woche täglich.

Vom FA habe ich mir Kompressionsstrümpfe verschreiben lassen und das Rezept bereits eingelöst. Leider mussten die Strümpfe bestellt werden. Abends habe ich inzwischen immer schwere Beine, die Füße schmerzen bei Belastung, Halbschuhe und Socken drücken.

Auch meine Arme werden dicker was ich an der Armbanduhr merke.

Einmal sind mir nachts abwechselnd der Rechte Arm und das rechte Bein eingeschlafen, egal in welcher Position ich lag.

Leichtes Sodbrennen kommt derzeit meist am späten Abend vor.

Der Babybauchabdruck ist nun auch erledigt, hierfür herzlichen Dank an das Atelier Stolzenburg J

Echt klasse, wie professionell und zügig dies dort ging.

Vor allem wenn ich daran denke, dass bei der selbst erstellten Abformung in der ersten SS das Material eine halbe Stunde trocknen musste. Da stand ich also, nachdem alle Gipsbinden auf dem Bauch waren, noch eine halbe Stunde auf ziemlich schmerzenden, da wassergefüllten, Füßen. Diese waren danach blau – lila verfärbt … Wahrlich kein Vergnügen.

Bis bald

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